Psychose und Stigma

Charakteristische Antworten aus Psychoseseminaren

Erfahrene:

„Ich vermeide über mich zu sprechen. Mit Psychose sind wir out. Nur Vertrauenspersonen sollen davon wissen.“
 
„Für eine Blinddarmentzündung schäme ich mich nicht. Der Arbeitgeber versteht eine Blinddarmoperation, aber den Arbeitsausfall bei einer Psychose, da ist alles unsicher.“

Angehörige:

„Am Schlimmsten ist die Angst, als familiär vorbelastet zu gelten. Mit der Diagnose Schizophrenie in der Familie ist man erledigt.“
 
„Das Wort normal haben wir eigentlich gestrichen!“
 
„Wir brauchen ja den Begriff krank, um uns Normale abzugrenzen.“

Professionelle:

„Man hat die Psychose, man ist sie nicht!“
 
„Wir wissen, Diagnosen stigmatisieren, aber ohne sie zahlt keine Krankenkasse und kein Rententräger.“
 
„Ich frage mich, ob wir Professionelle gerade Experten sind, um das zu verhindern, was wir mit unseren Institutionen an Stigmatisierung auslösen. Jedes Kind kennt den Namen der nächsten psychiatrischen „Klapse“.“