Welche Ziele sollen erreicht werden?

Ziel eines trialogischen Netzwerks ist die Stärkung der Auseinandersetzung zwischen den drei beteiligten Erfahrungsperspektiven. Vernetzen passiert nicht ohne aktives Sich-Beteiligen. Vernetzen heißt mitmischen, sich selbst helfen, aus der Passivität und Ohnmacht heraus zu kommen, der professionellen Übermächtigung selbstbestimmt entgegenzutregen. Vernetzen heißt Wünsche und Forderungen im "Netz" - insbesondere auf dieser trialogischen Website - zu artikulieren. Vernetzen zielt darauf, gegenseitig und für sich selbst Bedürfnisse und Ansprüche klar zu stellen und nach Wegen zu suchen, sie durchzusetzen. Verbesserungen im Bereich der Begleitung von Menschen in Krisen braucht Stimmenreichtum, der deutlich macht, wohin die Entwicklung gehen soll.

In den letzten drei Jahrzehnten sind Selbsthilfegruppen sowie Interessenvertretungen aus Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen entstanden, die Wirkung zeigen. Die Professionellen sind vorsichtiger und respektvoller geworden. Verständnisgräben zwischen Nutzern und Dienstleistern psychiatrischer Hilfen werden deutlicher benannt. Es finden sich erste Brücken: der Umgang wird weniger entmündigend, die Achtung vor dem individuellen Selbstmanagement ist gewachsen. Dennoch werden die Konzepte von Empowerment, Selbstwirksamkeit, Recovery, Salutogenese, Selbstvertrauen und Widerstandsfähigkeit (Resilienz / Hardiness) mehr beschworen als praktisch genutzt.

Hier könnte die Vernetzung der trialogischen Erfahrungen weitere Entwicklungsperspektiven eröffnen...