Trialog im Alltag

Weitere Entwicklungen zeugen ebenfalls von der Notwendigkeit - und zugleich von der Möglichkeit - die Begegnung aller Beteiligten auf Augenhöhe auch im psychiatrischen Alltag zu verwirklichen. Dazu gehören die sog. „Behandlungsvereinbarungen“, die im Bielefelder Trialog-Treffen entwickelt und in der dortigen Psychiatrie erfolgreich erprobt wurden: In stabilen Zeiten wird vereinbart, was für alle Beteiligten in Krisen gelten soll – eine vertrauensbildende Maßnahme, die hilft, Zwangsmaßnahmen deutlich zu reduzieren.
 
Vor allem jüngere Patienten profitieren von der trialogischen Idee der sog. bedürfnisangepasste Behandlung ("need-adapted treatment“). Nach diesem skandinavischen Konzept der Erstbehandlung werden alle Beteiligten gleich zu Beginn nach Möglichkeit vor Ort an „Behandlungskonferenzen“ beteiligt, um Bedürfnisse und Entscheidungen transparent zu machen und der Entfremdung durch Diagnostik und Psychiatrie von Anfang an entgegenzuwirken.