Psychose und Behandlung

Charakteristische Antworten aus Psychoseseminaren

Erfahrene:

„Besser ist, mehr zu reden, als gleich zu handeln. Handeln fühlt sich oft wie Angriff an. Dann muss ich meinen Eigensinn verteidigen.“
 
„Psychiatrie bedeutet Medikamente, keine Zeit für Persönliches, keine Gesprächskultur. Keiner fragt: Was ist mit Ihnen eigentlich passiert?“
 
„Es war gut, durch die Medikamente eine Zeit lang Ruhe vor mir selbst zu haben.“

Angehörige:

„Angebote und Einschätzungen der Angehörigen werden nicht gehört. Ich weiß genau, wann / wo der Punkt ist, wenn er neben sich steht. Inhalte spielen bei Profis keine Rolle.“
 
„Wir wollen doch nur ein paar Verhaltensregeln. Wie mache ich es richtig, was mache ich falsch? Wann muss ich schütteln, wann muss ich streicheln?“
 
„Klinik und Medikamente sind derzeit das beste Angebot. Medikamente regeln das Miteinander wenigstens. Aber: Mit oder ohne Medikamente, es ist eine Qual!“

Professionelle:

„Wir suchen einen Ausgleich zwischen Erwartungen der Patienten, der Angehörigen und der Gesellschaft. Medikamente erleichtern unsere Arbeit und …sie sind billiger als Beziehungsarbeit.“
 
„Es gibt in der Arbeit Punkte, da kann ich nur abwarten, bis sich der nächste Schritt von selbst ergibt. Das ist ein Lernprozess, geduldig auszuhalten und zu akzeptieren, dass ich nicht erreiche, was ich vorhatte.“
 
„Für mich darf es keine Diskussion um die Wahrheit geben. Ich mach dem Klienten klar, wie ich die Sache sehe. Basta. Ich finde die Inhalte oft interessant. Aber oft überfordern sie auch meine Speicherkapazität.“