Was ist eine Psychose?

Charakteristische Antworten aus Psychoseseminaren

Erfahrene:

„Psychose ist eine Wirklichkeit neben der Wirklichkeit, eine andere Erfahrungsebene, ein Entscheidungstrubel.“
 
„Psychose ist Lust auskosten, Zeichen bekommen und umsetzen. Das ist der Glanz von Psychosen. Schattenseite ist der Weg ins Ungewisse, der Alleingang, Türme ersteigen und das Gefühl, runterspringen zu müssen, alles muss durchlebt werden, Berg und Tal.“
 
„Psychose ist auch ein konstruktiver Prozess. Ein Versuch, aus einem Dilemma herauszukommen, auszugleichen, was ganz unausgeglichen ist.“

Angehörige:

„Beim ersten Mal ist es schwer. Man weiß noch nicht, was mit einem passiert. Wirklich Hilfe ist erst später möglich. Unser Sohn hört ängstigende Botschaften aus dem Fernsehen, er will die Mathematik mit Farben erklären. Wenn er anfängt Zigarren zu rauchen, dann geht’s los. Das ist das Zeichen. Wenn wir ihn überzeugen könnten, das zu lassen, würde er dann keine Psychose bekommen? Nach einer Psychose kommt bei ihm die alte Kraft nicht ganz wieder.“
 
„[...] es ist eine Kette aus Depression und Verzweiflung.“
 
„Psychose ist gesteigerte Wahrnehmung von sich selbst und anderen Dingen, die schwer in die Welt von uns zu transportieren ist.“

Professionelle:

„Menschen in der Psychose haben eine realitätsfremde Selbstwahrnehmung, die schwer beeinflussbar ist.“
 
„Psychosen hinterfragen die Realität. Vielleicht ist das ja so. Aber für mich ist das zu anstrengend. Früher dachte ich, dass ich hinterher gehen muss, jede Veränderung begreifen und begleiten. Das ändert sich aber zu schnell, von Tag zu Tag, ich kann da nicht mithalten. Muss ich heute auch nicht mehr.“
 
„[...] das normale Denken hört nicht auf, das Psychotische kommt hinzu.“