Anthropologische Aspekte

Die subjektorientierte Sichtweise im Psychoseseminar hat dazu beigetragen, die rein psychopathologische Betrachtung psychotischer Phänomene infrage zu stellen und um anthropologische, zutiefst menschliche Aspekte zu ergänzen.
 
So erscheinen Psychosen eben auch als „Traum ohne den Schutz des Schlafs“ (mit Angst- und Wunschanteilen analog Wunsch- und Angstträumen), als „Rückgriff auf kindliche Wahrnehmung“ (auf die Zeit, in der jeder Mensch, Ereignisse nur „egozentrisch“ verarbeiten kann) und als Ausdruck des Menschseins: „Wir Menschen müssen, im Unterschied zu anderen Lebewesen, um unser Selbstverständnis ringen. Es gehört zu unseren Möglichkeiten an uns zu zweifeln, und dabei auch zu verzweifeln, über uns hinaus zu denken und uns dabei auch zu verlieren. Dauert dieser Zustand an, sprechen Psychiater von Depressionen oder Psychosen. Wer in diesem Sinne psychisch krank wird, ist also kein Wesen vom anderen Stern, sondern zutiefst menschlich“ (aus der trialogischen Broschüre [Blaue Broschüre] „Es ist normal, verschieden zu sein“).
 
Zu einigen Themen folgen beispielhaft trialogische Zitate aus dem Psychoseseminar Potsdam.